Ich bin, was ich bin und das ist es, was ich bin

Weiträumige Innenwelten voller Labyrinthe und sanfter Hügel. Ozeane schäumender Emotionen, so seicht, so unglückprophezeiend, so tosend, so spiegelglatt, so glitzernd.
Felder der Gedanken, so weitläufig, mit unbewässerten, verdorrten Eckern, doch auch die herrlichsten Muster, klarsten Strukturen und saftiger, knackiger Wuchs.
Der pulsierende Vulkan, Leben gebend, sich selbst erschaffend, unter der Oberfläche brodelnd und jederzeit in der Lage die Grenze zur Selbstzerstörung zu überschreiten.

Verfasst von: Sternenkönigin

Plänezerstörerin

Es sollte alles ganz leicht sein und nur nicht zu viele Emotionen.

Und nun?

Sieh mich an!

Nun schwebe ich hier in der emotionalsten Leichtigkeit, in der denkbar leichtesten Schwere der Emotionen.

Es sollte doch....

Verfasst von: Sternenkönigin

In der Nacht

Ich weiß nicht mehr, ob es dunkel oder hell war, jedenfalls wurde mir schwarz vor Augen. Es war, wie wenn jemand das Licht ausknipst. Ich hatte keine Angst. Es war still. Ich liebe diese Stille. Nichts stört und alles ist friedlich.

Doch dann, als ich gerade begonnen hatte, dieses wohlige Gefühl zu genießen, hörte ich plötzlich Stimmen. Erst ganz leise, dann immer lauter werdend.

Als ich langsam die Augen öffnete, sah ich noch, wie die letzten Studenten den Hörsaal verließen.

Verfasst von: Oliver [www.sandoomo.de]

der tag ist weg

der tag ist weg. ich suche danach überall. im kleiderschrank. im windows-verzeichnis. im postfach. nirgendwo ist der tag zu finden. ich bin ratlos. und dunkeln kupplerische wolken im fenster über dem bürgersteig. die passanten passieren vorbei, ohne mich zu bemerken. ich bin aufgelöst. ich bin ausgelöst. ich bin ausgelöscht. mich gibt es eigentlich gar nicht. das ist des pudels kern. wo soll ich denn meinen tag suchen, wenn es mich selber ja gar nicht gibt. und diese frage schwindet langsam...

Verfasst von: Merzmensch [http://merzmensch.blog.de]

Hinsehen

Unzählige dunkle Augen starren mich an, gewölbt beidseitig des dreieckigen Kopfes. Zangenähnlich umhüllt, ein dunkler Saugrüssel. Sicher und drohend schieben sich die mit feinen Widerhaken bespeerten Beine zu mir. Behende Beine, daran helle Pakete. Der ganze Körper vibriert dumpf. Lichstrahlen tanzen über die vier zarten Geflechte darüber, zwei große und zwei kleine. Den wuscheligen Pelz möchte ich streicheln, traue mich nicht. Ständig in Bewegung, fliegt das Bienchen schließlich weg.

Verfasst von: Malerei [www.engel-kunst.de]

Erkenntnis

Medien stachen wie Skorpione in ihre Sinne, vergifteten die Gedanken mit unbedingt benötigten Statussymbolen, technischem Kram und weltweiter Gewalt. Die Medien lähmten zuerst die Lachmuskeln, dann das Herz. Erzeugten Sucht nach TV, PC, News. Heilend war die leise Frage der Seele:"Was ist für DICH wirklich wichtig und was macht DICH glücklich?". Sie zögerte, sortierte dann TV, Handy, Kreditkarte und Streß langsam aus dem Leben. Leute eilen an ihr vorbei. Sie schüttelt nun den Kopf und lächelt.

Verfasst von: Malerei [www.engel-kunst.de]

Der verborgene Raum

Der Meister erzählte:
Mit unserem Inneren ist es wie mit einem Haus, das wir scheinbar in- und auswendig kennen, jeder Gang, jeder Fleck scheint uns bekannt - ohne Geheimnisse und Überraschungen.
Und dann, eines Tages, finden wir doch ganz plötzlich, ohne zu suchen, einen Raum, den wir vorher noch nicht entdeckt hatten und der doch die ganze Zeit da war. Die grössten Schätze werden wir in ihm finden."

Verfasst von: aleesha [http://fromouterspace.ning.com]

Bitte nicht gerade JETZT!

Das erste Date, spontan vereinbart, überhastet aufgebrochen in der brütenden Sonntagnachmittagshitze.... Die Straße zieht sich endlos, dennoch viel zu früh am Treffpunkt.
Ein schneller Spaziergang mit dem Hund - weil er halt überall mit hin muss.
Der Versuch mich zu Entspannen, tief durchatmen und eine Sekunde Unachtsamkeit.... da kommt er, stinkend und überglücklich. Bedeckt mit dem aller Ekligsten und nur noch 10 Minuten Zeit bis zum ersten Eindruck.

Verfasst von: Sternenkönigin

Nächtliche Gedanken

Nachdenklich, den Kopf an den Fensterrahmen gelegt, den Blick zum Himmel.
Sterne funkeln, eine ungewöhnlich klare Nacht, die Gedanken kreisen, so viel ist passiert soviel hat sich geändert.
Es fühlt sich gut an, die Freiheit, so viele Möglichkeiten - hätte ich das alles schon viel früher haben können?
Was wäre wenn Szenarien rauschen - nein alles ist gut so wie es ist, jeder Moment eine Erfahrung die ich nicht missen möchte.
Ein Lächeln, morgen wird wieder ein guter Tag.

Verfasst von: zeniscalm [http://blog.inthechaos.de]

ungewissheit ungeheuer

auf breiten ketten kroch das ungetüm heran
streckte seinen rüssel aus und bohrte gnadenlos in die tiefe
7 meter grauenhafte schwarze masse
dann kam der grund und jetzt wissen wir,
welche gefahr sich unter dem boden befindet

Verfasst von: snail